…und warum gerade die ersten Trainingsabende nach Hallenschließungen voller neuer Erkenntnisse stecken…
Wenn man nach einer Pause wieder auf die Matte tritt, passiert etwas Eigenartiges: Der Körper erinnert sich – aber nicht so, wie man denkt. Er erinnert sich nicht an Perfektion, sondern an Rhythmus. An Begegnung. An dieses leise „Okay, wir fangen wieder an…“
Und genau da setzt Oliver im Training nach der Osterpause an. Er verbindet Struktur, Rhythmus und Freiheit so selbstverständlich, dass man irgendwann merkt:
Man trainiert nicht Techniken, man trainiert ein Gespräch. Mit dem Partner. Mit dem eigenen Körper. Mit der Bewegung selbst.
Gohon Kumite: Wenn die Füße ‚denken‘ lernen
Am Anfang steht das Zählen. Eins, zwei, drei, vier, fünf – und plötzlich wird der Kopf still, weil die Füße anfangen zu sprechen. Jeder Schritt nach vorne ist ein kleiner Sprung ins Ungewisse. Der Partner kommt, der Arm hebt sich, der Block sitzt – oder eben nicht. Aber das spielt keine Rolle.
Gohon ist wie der Herzschlag des Anfangs: immer gleich, aber nie derselbe. Die Wiederholung wird zum Rhythmus, die Unsicherheit zum Lehrer. Man spürt: Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern anzukommen. Präsent zu werden.
Die Technik ist nicht das Ziel – sie ist der Weg dorthin.
Sanbon Kumite: Der Moment, in dem alles klickt
Drei Schritte, drei Angriffe, drei Antworten – und plötzlich fühlt es sich an, als würde man gemeinsam einen Tanz üben. Die ersten Versuche sind holprig, die Blöcke zu spät, die Gegenangriffe zu zaghaft. Doch dann passiert dieser eine kurze Augenblick:
Der Rhythmus stimmt. Die Distanz passt. Die Bewegung fließt.
Sanbon ist wie ein Gespräch, bei dem beide zuhören. Man lernt, dem anderen zu vertrauen – und sich selbst gleich mit.
Jiyu‑Ippon Kumite: Freiheit mit Sicherheitsnetz
Jetzt wird es echt. Kein Zählen mehr, keine festen Abläufe – nur ein Angriff, eine Entscheidung, eine Reaktion.
Die ersten Versuche sind oft verwirrend: Was war richtig? Warum hat der Partner so reagiert? Doch mit jedem Ansatz wächst das Gefühl: Hier darf ich ausprobieren. Hier darf ich Fehler machen. Hier darf ich frei sein.
Jiyu‑Ippon ist der Moment, in dem Form zu Begegnung wird – und man merkt, dass man schon lange spricht. Mit der Bewegung selbst.



