Im Gleichklang – ein Abend im Dojo

Ein langer Arbeitstag liegt hinter uns: Termine, Entscheidungen, Gespräche, kleine Pausen im kalten Münchner Licht. Viel Konzentration, viel Verantwortung. Und dann dieser Moment am Abend, an dem wir das Dojo betreten und der Alltag wie ein Mantel von den Schultern fällt.

Mit dem Angruss beginnt der Übergang. Das Warm‑up ist vertraut: Arme kreisen, Nacken lösen, Beine mobilisieren. Der Körper erinnert sich schneller als der Kopf. Und dann setzt der Rhythmus ein: ichi, ni, san, shi… immer wieder, erst langsam, dann fließend, schließlich mit Kime.

Die klassischen Shotokan‑Grundtechniken entfalten ihre eigene Kraft, wenn sie gemeinsam geübt werden:  

Age‑Uke, der aufrichtende Block;
Uchi‑Uke, der innere Schutz;
Soto‑Uke, der klare äußere Kreis;
Gedan‑Barai, die tiefe, entschlossene Abwehr.
Wiederholung wird zu Fokus. Fokus wird zu Flow.

Und mitten in diesem Rhythmus entsteht etwas, das man nicht planen kann: das Gefühl für Maai. Die richtige Distanz. Die Harmonie mit dem Raum. Der Moment, in dem Technik, Ziel und der Raum dazwischen zu einer Linie werden.  

Zu nah — und die Technik entfaltet sich nicht.
Zu weit — und sie verliert ihre Wirkung.  

Im richtigen Maai aber entsteht Präzision, Leichtigkeit, Präsenz. Man spürt, wie der eigene Körper den Raum liest, wie die Gruppe denselben Abstand findet, denselben Puls.


Ein wesentlicher Teil dieses Erlebnisses ist Katharina.

Ihre Trainingsweise verbindet technische Klarheit mit einer Haltung, die tief im Karate verwurzelt ist: neugierig bleiben, offen bleiben, immer weiter lernen. Sie trainiert selbst regelmäßig bei anderen Meistern und bringt dieses lebendige Lernen ins Shi-Ko-Kai-Dojo zurück.

Ihre Anweisungen sind direkt und zugleich leicht: „Mehr Hüfte.“, „Locker bleiben.“, „Wir müssen morgen alle wieder zur Arbeit.“  

Sie erinnert daran, dass Karate ernsthaft ist, aber nie verbissen. Dass Technik und Freude sich gegenseitig verstärken. Unter ihrer Anleitung entsteht ein Flow, der die Gruppe trägt. Die Karateka bewegen sich wie ein Organismus, der denselben Atem teilt. In solchen Momenten fühlt sich das Dojo in Haidhausen an wie ein Ort weit weg von München — vielleicht wie ein kleines Stück Okinawa. Nicht wegen der Ferne, sondern wegen der Echtheit.

So wird das Training am Abend mehr als Sport. Es wird ein Erlebnis. Ein Reset. Ein Raum, in dem Körper und Geist wieder zusammenfinden.

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